„Er ist ein feiner Junge, sag' ich dir!” Alice wollte hinzusetzen: Gerade, weil er so widerhaarig tut! Aber sie behielt diesen Nachsatz für sich und pfiff dafür auf dem Weg zum Park leise vor sich hin — so bedeutungsvoll, wie nur junge Damen pfeifen können ...
Nach einigen Minuten gingen Perthes und Leutnant Hupfeld auf eigene Faust ins Freie.
Sie hatten beide Gefallen aneinander gefunden. Der aufgeweckte junge Offizier, der nach den besten Eigenschaften seiner Mutter geraten zu sein schien, traf sich mit Perthes im Interesse für den Luftsport. Der Leutnant hatte in Berlin und auch in Paris Flugversuche gesehen, von denen er sehr anschaulich zu plaudern wußte. Nachher erzählte er von Freiburg und von winterlichen Skitouren im Schwarzwald. —
Sei es, daß die Iltismama an Reiz eingebüßt hatte, sei es, daß Cousine Hilla Sehnsucht nach Vetter Moritz bekam — die jungen Damen kehrten auffallend schnell von ihrer Raubtierbesichtigung zurück.
Man setzte sich in den Schatten unter eine breitästige Eiche.
Der Diener kam mit einem Klapptisch, mit Mokka und einer Batterie von Likören aus dem Hause.
Alice hatte sich, wie die beiden Herren, einen Curaçao eingießen lassen. Sie näherte sich Perthes mit der Miene einer frommen Helene. „Wollen wir uns wieder vertragen, Doktor?” Sie hielt ihm den kleinen Finger hin, um mit ihm anzustoßen.
„Ich bin mir nicht bewußt, daß —”
„Nun machen Sie gefälligst nicht wieder Geschichten! Wollen Sie — oder wollen Sie nicht?”
Perthes gab sich zufrieden, tippte an ihren Finger, und sie tranken sich zu.