Sie schien zu fühlen, daß sie beobachtet wurde. Unruhig wandte sie den Kopf weg und zurück, in der Richtung des Hauses, in dem ihre Begleiterin verschwunden war.
Perthes folgte einer impulsiven Regung und ging gerade auf sie zu.
Sie fuhr unwillkürlich etwas zurück.
„Erschrecken Sie nicht, Fräulein Richthoff —”
„Ich weiß ja gar nicht, wer Sie sind,” kam es zurückhaltend, aber furchtlos von ihren Lippen.
„Doktor Perthes,” sagte er einfach. „Ich habe Ihrem Herrn Vater dieser Tage meine Aufwartung gemacht. Als alter Bekannter von Hemsbach her kann ich nicht so grußlos an Ihnen vorübergehen.”
Marga, obwohl zuerst verdutzt, fand sich schnell zurecht. „Das ist nett von Ihnen,” erklärte sie offen. Eine sichtliche Freude belebte ihr Gesicht. Wie einem alten Kameraden bot sie ihm die Hand. „Papa hat von Ihrem Besuch erzählt. Ich war ganz erstaunt, daß Sie Ihr Versprechen nicht vergessen hatten.”
„Sie scheinen ja meinem Gedächtnis wenig Gutes zuzutrauen.” Perthes fühlte sich fast beschämt. Daß er sich an die Empfehlung, die ihm sein Onkel Schlutius, der Germanist in Bonn, für Richthoff mitgegeben, erinnert hatte, war ein Zufall und die Ausführung des Besuchs eine Laune gewesen.
„Es wäre noch nichts Böses gewesen, wenn Sie den dummen, eigensinnigen Backfisch von damals aus dem Gedächtnis verloren hätten,” meinte Marga.
„Na, na — so schlimm war die Sache mit Ihnen nicht.”