„Das fehlte gerade!” sie sah mißmutig zu ihm auf. „Weißt du, dann pfeif' ich aber auf das ganze Kindervergnügen, wenn —” Sie vollendete den Satz nicht. Perthes hatte unwillig die Stirn gerunzelt. „Das fehlte gerade!” setzte sie nochmals wegwerfend hinzu. Sie war außer sich bei dem Gedanken, durch diese dumme Störung könnte ihr Vergnügen beeinträchtigt werden.

Perthes kannte Alice zur Genüge, um ihre Gefühle an ihren Grimassen abzusehen. Ihre Frivolität verletzte ihn. Sie bestimmte ihn, den Augenblick nicht vorbeigehen zu lassen, ohne die immer wieder verschobene Aussprache herbeizuführen. Er machte sich einen Stuhl frei und zog ihn in ihre Nähe.

„Ich möchte gern mal ein ernstes Wort mit dir sprechen, Kind!”

„Noch ernster?” Es zuckte sehr wenig ernst um ihren Mund.

„So leid es mir tut — sei mir nicht böse und mißversteh' mich nicht — ich muß dir das aber sagen: du solltest deine Kauflust ein klein wenig einschränken!”

„Ich — meine Kauflust? Und wieso?”

„Wir müssen mehr haushalten, Liebling. Ich habe gerechnet und —”

„Um Gottes willen tu nur das nicht! Rechnen!” stieß sie mit einem komischen, aber ganz ehrlichen Schaudern hervor.

„Ich verlange es ja nicht von dir,” meinte er mit gutmütigem Lächeln. „Aber ich muß das wohl. Schulden machen ist nicht mein Fall. Und so, wie der Hase jetzt läuft, kann er nicht weiter.” Er bemühte sich nun, ihr so ruhig und klar wie nur möglich, so schonend, als er nur konnte, einen Begriff von den Mißverhältnissen ihrer Einnahmen und Ausgaben zu geben. Ohne alle überflüssigen Einzelheiten. Sehr sachlich und überzeugend.

Anfangs hörte sie zu. Nachher nahm sie neue Muster aus den Paketen und ließ sie durch ihre Finger gleiten. Als er fertig war, sagte sie außerordentlich gelassen, ohne auch nur aufzusehen: „Männi — weißt du — eigentlich brauchtest du damit doch mich nicht behelligen!”