Elli blieb gleichwohl fest. Sie wollte nicht.

Für sich und noch mehr für Marga sträubte sich ihr Gefühl gegen die Aufnahme gerade dieses Perthesschen Jungen, die überdies nur dem eigensüchtigsten Wunsch der Mutter dienen sollte. Sie machte kein Hehl daraus, daß ihre Schule den Kindern nicht das Heim ersetzen könne noch wolle. Zudem schien ihr der Junge — so aufgeweckt und kräftig er war, mochte er noch nicht vier Jahre zählen — entschieden zu jung. Sie nahmen grundsätzlich keine zu kleinen Kinder mehr. Und dann führte sie noch einen ganzen Wall von anderen Gründen auf, um nur unter keinen Umständen nachgeben zu müssen.

Alice Perthes war im Begriff, mit einer unartigen Wendung nun doch die Verhandlung abzubrechen und ihrerseits zu danken, als sie nebenan, in der Klasse, zu der die Tür angelehnt war, Schritte hörte.

„Elli,” ertönte es von dort mit gedämpfter, fragender Stimme.

Es war Marga, die sich das lange Ausbleiben Ellis nicht erklären konnte und sie an einen Besuch bei Wilmanns, den sie beide vor Tisch noch zu machen hatten, erinnern wollte.

Elli und Alice erhoben sich gleichzeitig.

Elli hatte keinen anderen Gedanken, als dies Zusammentreffen zu verhindern.

Aber Alice war die Besonnenere und Entschlossenere.

„Ihre Fräulein Schwester wird vielleicht nicht ganz so hartnäckig sein!” meinte sie lächelnd.

Auf die Gefahr hin, unfreundlich zu werden, wollte Elli dazwischen treten. Aber Frau Perthes hatte schon die angelehnte Tür geöffnet. Und da stand Marga, ihr gegenüber, nichts ahnend, ruhig, nur nach dem Geräusch der Stimmen und Bewegungen in ihr Dunkel lauschend.