„Die komischen. Hier wird wohl jemand begraben?“

„Kann sein,“ sagte Balrich, um zu schließen. Aber ihr schien das Gespräch nun angeknüpft. Sie sah ihn an.

„Zu merkwürdig doch. Ich komme her, weil ich denke, hier ist noch das Variété, sonst komme ich natürlich nicht her, — und da sitzt du.“

Auch er fand dies merkwürdig, mehr als sie es wissen konnte in ihrem leichteren Herzen; aber da er sich nicht rührte, mußte sie weiter versuchen. „Wie das Leben spielt,“ sagte sie, schüchtern lächelnd; und sogleich, damit nur das Gespräch nicht einschlafe:

„Bist du mir noch böse?“

Auch er sah nun hin, in ihr Gesicht, das sie verführerisch machte. Aber da erschrak es; sie sah, er weinte. „Karl!“ rief sie unterdrückt. Nie hatte sie ihn weinen gesehen. Und flehentlich: „Wenn ich gewußt hätte, so sehr geht es dir nach, ich hätte es nicht getan.“

„Doch,“ sagte er und sah sie immer an. „Aber nicht das geht mir nach. Mir geht es nach, daß ich dir nicht soll helfen können.“

Sie begriff, er hatte erfahren, wie es mit ihr stand. Er fühlte, sie sei nun gedemütigt. Beide ratlos, sahen sie auf die Bühne, wo mittlerweile ein Herr und eine Dame aufeinander losgingen, bis er die Tür warf und sie hinfiel.

„Was haben sie?“ flüsterte Leni. „Sie sind doch reich?“

Statt seiner Antwort fiel der Vorhang, — und nun es hell ward, schrak links von ihm jemand auf, er sah hin, eine Dame, halb alt und noch schön — wie die Frau Buck; und auch verstört und schmerzensreich wie jetzt diese, hatte die Mutter des Bürschleins wohl schon ausgesehen . . . Leni zog ihn am Arm und raunte: