„Ich weiß, Sie wollen Geld haben. Sie wollen unser Geld haben. Wundern Sie sich nur nicht,“ sagte er unbefangen. „Papa ist mein Freund und sagt mir manches.“
Der Arbeiter, nicht sicher, was zu denken sei, musterte den kleinen Reichen, der lächelte, und bemerkte dabei, daß eigentlich die Augen recht hell und wach blickten. Nur der Mund stand kindisch offen, und unbegreiflich töricht erschienen die hochgebogenen Brauen, unter diesen beiden großen schwankenden Blondlocken. Schmaler Kopf, die Schultern so schwach, — ein Schlag, dachte Balrich, und der freche kleine Nichtsnutz rutscht vom Stuhl . . . Statt dessen begann er, holprig herzusagen. Der Knabe unterbrach.
„Einen Augenblick. Ich heiße Hans Buck. Vierzehn Jahre elf Monate. Wollen wir eine Zigarette rauchen?“
Die Fehler Balrichs berichtigte er herrisch aber flüchtig. Nach einigen Seiten hatte er genug.
„Besser habe ich es auch nie gewußt.“
Balrich sagte:
„Ich muß es aber besser wissen. Ich brauche es nötiger.“
„Ihre Sache,“ meinte Hans Buck. „Für Klinkorum jedenfalls ist es gut genug.“
Es erwies sich, daß Balrich von Professor Klinkorum erwartet wurde. „Wir kommen sogar schon zu spät.“ Das Bürschlein stieß den Zwanzigjährigen zur Tür hinaus. Nebeneinander durchquerten sie die Wiese. Mitten darauf, wo die meisten Kinder lärmten, fiel Balrich lang hin; das Bürschlein hatte ihm ein Bein gestellt. Es bog sich vor Lachen, in einer Rotte, die mitlachte. Als Balrich dann zornrot aufkam, lief Hans schon. Er lief schwebend leicht, keine Aussicht, daß Balrich ihn fing, — wenn nicht ein paar junge Arbeiter ihm, trotz seinem Geschrei, es gölte nicht, den Weg verstellt hätten. Nun rangen sie; ein Griff Balrichs, und der Kleine, verzweifelt gegen den Boden gestemmt, war so gut wie aufgehoben und geworfen. Balrich aber, der ihn so schwach fühlte, tat unversehens, als verliere er selbst den Boden, und sprang zurück.
Sie gingen weiter, Hans Buck mit gepreßten Lippen und die Augen gesenkt. Da plötzlich nahm er Balrich beim Arm.