„Verlaß dich auf mich!“ Er drückte ihr die Hand, immer wieder. „Verlaß dich auf mich!“
So ging sie, und er setzte sich an seinen Tisch.
Dort saß er alle Winternächte. Die Arbeit getan in der Fabrik, erfrischte ihn diese andere. Er ward hellhörig in der vereisten Weite der Felder vor seinem Fenster. Kein Geräusch des ungeheuren Hauses nahm ihn mehr in Anspruch, nur aus dem kleinen Buch hier drang zu ihm eine Stimme, seine eigene. Er lernte nicht mehr, den Kopf in die Hände gebohrt, das Wissen Fremder. Ihm schien es, er selbst, von einem zum andern, erfinde und denke weiter. Sein Kopf befreite sich; und endlich als einziger wachend, empfand er manchmal mit aufsteigendem Jubel das Werden der Kraft.
Der Professor prüfte ihn nur mehr wöchentlich. Inzwischen sah er Hans Buck, immer ihn. Das Bürschlein wehte herein — atemloser als sonst, war morgen ein Heft abzuliefern. In letzter Stunde, früh fünf Uhr, trieb ihn einst die Furcht her, und von dem Arbeiter, den er aus seinem kurzen Schlaf weckte, ließ er sich die Aufgabe machen.
„Weißt du, wie ich das erstemal dir Vokabeln abhörte? Kein Jahr, und du hast mich eingeholt. Du wirst fertig sein, und ich noch immer, ein armseliger Pennäler . . . Nein!“
Er stampfte auf.
„Das will ich nicht. Ich will heraus und Geld verdienen!“
„Auch du?“
„Bin ich umsonst dein Freund? . . . Warum kommst du nie nach Beutendorf zum Tanz? Ein einziges Mal doch! Du würdest sehen, daß ich dich ersetze bei deiner Schwester Leni. Niemand darf ihr zu nahe treten!“ rief er kühn — und dann leichthin: „Was meine Vettern Heßling betrifft, verachte ich sie. Tue es auch! . . . Oder befürchtest du Böses von ihnen?“ fragte er angstvoll.
Da Balrich ihn durchdringend ansah, bekam er das scheinheilige Gesicht, das seine hellen Züge ihm gaben, wenn er etwas Schlaues dachte.