„Dann komm’, es soll besser werden,“ sagte er und führte sie bei der Hand in das Zimmer. Dort saß Dinkl und prügelte. Am Boden eine verunreinigte Waschschüssel. „So fängt der Tag an,“ sagte Dinkl; — und wie es einen Augenblick still ward, hörte man die glücklichen kleinen Laute des Säuglings, der auf der Kommode lag und die Ärmchen reckte.
Malli trug die Waschschüssel hinaus, worauf sie, unterstützt von der Polster, die Kinder reinigte und kämmte. Dinkl, durchaus nicht lustig nach dem Aufstehen, keifte seinen Schwager an.
„Der Herr Balrich; daß man auch einmal die Ehre hat! So ein Heimlicher! Hast Geld, wie? Verdienst es wohl, wie der Jauner?“
Balrich wollte losfahren, sagte indes:
„Bald sollst du einsehen, Dinkl, was für ein Dummkopf du bist.“
„Du aber,“ keifte Dinkl, „spuckst Latein, wie ein Bourgeois, drum hast du die Thilde so hergerichtet, du Lump;“ — und er wies auf Thilde, die ihre Schürze vor dem Gesicht hatte.
„Onkel Gellert hat uns etwas gesteckt über dich.“
„Das soll er jetzt vertreten,“ sagte Balrich laut nach der Tür hin, wo der alte Anstreicher sich zeigte. Er wollte sogleich wieder umkehren, aber Hans Buck, von hinten, stieß ihn in das Zimmer. Hierauf schnupperte der junge Reiche in die Luft; sie roch nur nach den vielen, soeben aus dem Bett gekommenen Leuten, nicht nach der, die er suchte. Dennoch trat Leni dahinten hervor aus ihrem Brettergelaß. Hans Buck, durch Dick und Dünn des Zimmers, war schon bei ihr.
Der alte Gellert wollte nichts wissen noch gesagt haben, er stellte sich taub. Plötzlich aber schrie er los, mit der ganzen Wut seiner noch unangegriffenen Nüchternheit.
„Es muß heraus,“ schrie er. „Der da begaunert mich!“