„— er wars gerade, der den Bauern widersprach: nein, sie hat nicht die Augen bewegt, eure Madonna, — und fast hätten sie ihn gesteinigt.“

Der Advokat zuckte mit den Schultern und zog die Lippen von den Zähnen.

„Ist er der Feind, ja oder nein? . . . Und wollen wir die ‚Arme Tonietta‘ sehen?“

„Das wollen wir: ah! das wollen wir.“

Der Apotheker schwang sein Holzbein über die letzten Stufen.

„Sst!“ machte der Advokat. „Die Beleuchtung ist nicht glänzend; was will man, unsere ganze Kraft mußten wir auf das Innere des Theaters verwenden; aber ich übersehe dennoch die Lage. Deine Frau befindet sich nicht unter dem Volk, das den Palast der Frau Fürstin belagert und auf die Ouvertüre wartet; sie ist in dem Haufen abergläubischer Aufrührer, dorthinten unter den Mauern des Klosters. Haben sie nicht alle die Köpfe im Nacken, als kämen statt des Lärmes vom Glockenstuhl Makkaroni geflogen? Eh! sie haben keine Zeit, uns zu erwischen, und sogleich werden wir dich in meine Loge gerettet haben, armer Freund . . . He! ihr Leute, man muß die durchlassen, die bezahlt haben.“

„Wir wollen auch hören“, antwortete das Volk.

Unter dem Bogen neben dem Palast brannte eine elektrische Lampe.

„Um so besser“ — und der Advokat kletterte in seinem Frack, der von der Anstrengung in den Nähten krachte, das Geröll hinan; „da die Lampe gerade hier angebracht ist, sieht man doch, wohin man tritt. Es ist fast unbegreiflich, daß diese Leute auch jetzt noch fortfahren, den Eingang des Theaters für ihre Bequemlichkeit zu benutzen. Man muß wirklich wenig Erziehung haben . . .“

„Die Gänge wenigstens habt ihr gut beleuchtet, Advokat, man müßte sonst fürchten, sich das letzte Bein zu brechen; — und welch stolzer roter Vorhang das Parterre verdeckt! Die goldenen Quasten!“