Die junge Salvatori traf in der Klubloge die Augen des jungen Serafini und ließ die ihren rasch in den Schoß fallen; Rosina Giocondi begegnete nebenan denen des Olindo Polli, und plötzlich zuckte ihr etwas zum Herzen, erschreckend, wie Hoffnung, die den schon verlernten Weg wiederfindet; — indes der Schustergeselle Dante Marinelli den Arm um sein Mädchen wand, das den ihren auf die Galerie stützte, und ihr in das staubige Haar sprach.
„Ich kenne doch diese Musik, Cölestina! Hast du sie mir nicht vorgesungen?“
Die große Raffaella wendete ihre spöttische Miene langsam durch den erhitzten Saal.
Im Stehparterre schüttelten der Barbier Bonometti und der Schneider Coccola die Köpfe.
„Wie machen sies nur? Der Nonoggi und der Chiaralunzi können nur wenig spielen, wie jeder weiß.“
„Was denn! Gar nichts können sie“, behauptete Galileo Belotti.
„Und dennoch klingt es gut. Man sollte glauben, daß auch wir, wenn wir statt ihrer —. Es ist eine Ehre für den Stand. Gut, Chiaralunzi! Gut, Nonoggi!“
Auf den vordersten Sitzplätzen sagte Frau Nonoggi zu Frau Chiaralunzi:
„Hört Ihr Nonoggi? Euren Mann sieht man von Zeit zu Zeit die Backen aufblasen, als ob etwas besonderes los wäre, aber dann lärmen auch die andern; den meinen dagegen hört man immer heraus, und er schneidet lustige Gesichter dabei, als ob er einen rasierte. Er ist die wichtigste Person hier, könnt Ihr mir glauben.“
Die Frau des Schneiders sagte, still lächelnd: