„Wenn mein Mann einmal tüchtig loslegen wollte —“
Die Frau des Baritons Gaddi, in der dritten Reihe, prüfte schon längst die Frau des Schuhmachers Malagodi von der Seite, sah weg, rückte umher und machte sich wieder heran. Endlich wagte sie:
„Jetzt kommt die Hauptsache: gleich tritt mein Mann auf. Er wird ein Graf sein, die höchste Person im Stück, und wenn er dazukommt, wird die Handlung tragisch. Er hat eine Stimme wie keiner.“
Frau Malagodi blinzelte sie verständnislos an, aber die Gattin des Sängers vollendete:
„Daß jetzt die Musik so böse wird, das kommt, weil er hinter der Kulisse steht. Ich weiß es.“
Mama Farinaggi wendete sich um, feuchte Rinnsel in ihrer Schminke.
„Soll er doch wieder fortgehen! Noch ist er nicht da, und schon sieht man den Mond nicht mehr, der so poetisch war. Gewiß werden seinetwegen die armen jungen Leute, die sich doch so sehr lieben, noch Unannehmlichkeiten haben. Das gefällt mir nicht.“
Sie schrak zusammen, denn es ward heftig mit der Peitsche geknallt. Eine eherne Stimme rief nach Piero, gespornte Stiefel stampften auf, und ein strammer Bauch in einer roten Weste ward sichtbar.
„Bravo Maestro!“ riefen die jungen Leute dahinten. „Noch einmal das Orchester!“
„Was denn!“ antwortete es. „Wir wollen sehen, was kommt.“