Da faßte, zwischen seinen gesträubten Brauen, der junge Savezzo den Tenor ins Auge. Seine pockennarbige Nase hüpfte frohlockend ein wenig auf, und er sagte:

„Ich glaube nicht. Der alte Nardini ist bei seiner Weigerung geblieben. Man hat jene Loge ihm zugeschrieben, dem Mittelstand gegenüber, der sie beanspruchte —“

„— und dem man sie hoffentlich nicht geben wird“, setzte der Herr Giocondi hinzu.

„Ich habe für das Volk gearbeitet, aber wie dankt mir das Volk?“ fragte der Advokat, indes Nello sich an die Stirn griff.

„Soviel ist sicher, die Familie Nardini kommt nicht“, sagte der Savezzo noch, — da sah man den jungen Sänger schwanken. Gaddi griff zu, aber Nello lag schon mit geschlossenen Augen am Boden. Alle waren zurückgesprungen, nur Gaddi beugte sich über ihn. Als sie dann herandrängten: „Was hat er?“ — schnellte der Bariton wütend auf.

„Man darf wohl nervös sein, hoffe ich. Ich selbst bin abergläubisch, und jene einzige leere Loge gefällt mir nicht.“

„Ja,“ sagte Savezzo und sah mit breitbeinigem Hohn auf Nello nieder, „sie sind zarter Natur, die Künstler.“

„Man sollte einen Arzt holen“, verlangte der Cavaliere Giordano.

„Aber es ist nichts“, behauptete der Apotheker.

„Man weiß nicht“, meinte der Advokat. „Auch ich habe einmal —“