„Wenn Sie mich nicht in Ruhe lassen, werfe ich Ihnen das Glas an den Kopf“, schrie der Krüppel schrill, und seine Hand, die zitterte, verschüttete die Hälfte des Wassers.

„Vielleicht werden Sie mir das Glas an den Kopf werfen,“ antwortete Galileo, „darum sind Sie aber immer noch bucklig.“

„Wie viel Witz er hat!“ sagten die Pächter und drängten herzu.

„Aber ich rufe die Carabinieri herein!“ kreischte der Verwachsene.

„Rufen Sie die Carabinieri! Das hilft Ihnen jedoch nichts: Sie bleiben bucklig“ — und Galileo pflanzte sich fester auf. Der dicke Zecchini und seine Zechbrüder brüllten. Von draußen eilten die Leute herein, um mitzulachen.

„Ich werde Sie verklagen! Sie kommen ins Gefängnis! Was! Ich bringe Sie um!“

Das lange Gesicht des Zwerges war grün. Mit seinem Höcker schlug er taumelnd gegen die Wand; das Glas entfiel seinen Händen, die sich krampften, und auf die Lippen trat ihm Schaum.

„Wenn Sie auch alles tun, was Sie sagen,“ erklärte ihm Galileo, „bucklig sind Sie, und bucklig bleiben Sie.“

Unerschüttert sah er ringsum, während sein Opfer sich am Boden wälzte. Der Barbier Bonometti und der Schneider Coccola waren mit dem Ausgang nicht zufrieden; sie nahmen den Menschen, der um sich schlug, und trugen ihn hinaus.

Vor der Tür standen große Gruppen. Am Rande der Terrasse, in der lauen dunklen Luft unter den Steineichen duckten Mädchen, die sich in Ketten umherschwenkten, den Nacken bei den Scherzen der Burschen. Mütter und Kinder umringten im Lampenschein am Palast den Eiskarren. Hier und da stieg eine Tenorstimme auf, mit zwei Takten aus dem Gebet der „Tonietta“, mit den ernst und selig schwebenden Tönen des Duetts: „Sieh Geliebter, unser umblühtes Haus . . .“ „Welche Musik!“ sagte einer der jungen Leute in großen Hüten und bunten Halstüchern. „Es geschieht viel Trauriges in dem Stück, und dennoch, wenn man die Musik hört, scheint es einem, daß es keine Unglücklichen mehr auf der Welt gibt.“