„Bravo, Cavaliere!“ rief Frau Camuzzi sehr laut; und der Unterpräfekt Herr Fiorio kehrte noch einmal in die Loge zurück, um den Beifall zu Ehren des berühmten Sängers zu verstärken.

Wie Frau Camuzzi ihrem Manne folgen wollte, stand der junge Savezzo vor der Tür ihrer Loge und versperrte sie ihr.

„Gnädige Frau,“ — und er sah ihr in die Augen, „die Ohnmacht des Tenors war echt. Ihm wurde schlecht, weil jene Loge leer blieb.“

Da Frau Camuzzi erbleichte, schielte er, wie aus Diskretion, auf seine Nase. Frau Camuzzi trat zurück.

„Warum sagen Sie mir das?“ fragte sie halblaut. Er drückte die Hand auf die Brust.

„Ausschließlich, um Ihnen etwas Neues zu sagen. Ich hoffe, daß ich der erste bin?“

Ihr Blick irrte in den Saal und traf unter denen, die noch klatschten, den jungen Severino Salvatori. „Er wollte die Nardini heiraten,“ dachte sie; „und er kann fechten. O Verräter! ich werde dich töten lassen . . .“

Ihr schwindelte vor Gedanken; sie setzte sich.

„Aber der Salvatori ist eitel und wird prahlen. Übrigens ist ein Duell unmöglich. Der alte Nardini wird erfahren, wer seine Enkelin in einen Skandal verwickelt hat. Er ist einflußreich, und mein Mann verliert seinen Posten. O Elend, an das Interesse eines solchen Mannes gebunden zu sein!“

Sie klatschte; sie rief: