Am Tor des Klosters:

„Um halb sechs wird eine der Schwestern öffnen: wird es Amica sein? Amica ist die Tochter unseres Gärtners, sie war zu Hause meine Dienerin und sollte es nun hier sein.“

Alba sah das Tor des Klosters an und schlug die Augen nieder.

„Als um Mitternacht alle in der Kirche beteten, hat Amica sich fortgeschlichen, um dir zu sagen, daß ich dich erwartete. Wird heute die Pförtnerin Amica sein?“

Sie war es. Wie sie ihr folgten, mit heimlichem Händedruck:

„Sind wir nicht zu glücklich? Wie groß muß einst das Mißgeschick sein, das unser Glück endet.“

„Rasch durch den Garten!“ flüsterte Alba. „Wenn man hier einen Mann sähe — und mit mir! . . . Gottlob, der Baumgang schützt uns . . . Jetzt hinab. O fürchte nicht für mich! Es sieht steil aus wie eine Mauer, aber ich weiß Stufen, und vielleicht weiß nur ich sie. Dies ist ein vergessener Weg. Die Stufen sind zerfallen: gib acht! Hier unterbricht eine Schlucht sie, aber ich finde sie wieder. Deine Hand, mein Geliebter!“

„Alba, an deiner Hand ist Blut. Ich sehe es kaum im Zwielicht, aber meine Lippen schmecken es . . . Wir sind in einer Höhle aus großen Steinen. Willst du nicht rasten? Dein Mund, meine Geliebte!“

„Wir müssen weiter. Werde ich das Haus offen finden? Wirst du entkommen? . . . Gleich haben wir die Terrasse erreicht. Die Tür auf der Terrasse steht offen. Jetzt soll es also sein?“

„Jetzt soll es also sein? Noch einmal, bevor ich dich nicht mehr sehe, deine Augen, Alba!“