Sie küßte ihm die Hand. Er entzog sie ihr und stöhnte.

„Was hast du, mein Nello?“

„Dieses Tier ist widerwärtiger tot als lebend. Steige nicht darüber weg, Alba. Kehre um, ich sehe Leute. Kommst du ins Theater? O komm! Ich werde singen können heute abend, und vielleicht kann ich nur das?“

Er ging, den Kopf gesenkt zwischen den heraufgezogenen Schultern, allein weiter.

„Ich habe Alba belogen! . . . Aber ich hielt die Schlange, als ich zuschlug, für lebend. Habe ich Alba also belogen? Ich bin nicht feige. Wie sie mich liebt! Wie wir uns lieben! Sterben wäre nichts . . .“

Der Platz war noch unbelebt; vor dem Café las Gaddi eine Zeitung.

„Auch du kommst umsonst!“ rief er ihm entgegen. „Die Probe ist abgesagt. Der Maestro hält lieber eine Probe für seine Messe ab. Versteht sich: der Maestro Viviani ist ihm weniger wichtig als der Maestro Dorlenghi.“

„O Virginio!“ — und Nello preßte die Hand des Freundes, als wollte er sie zermalmen: „Wie wir uns lieben!“

„Gemacht? Meinen Glückwunsch. Da es ein reiches Mädchen ist, wirst du dich nun nicht sträuben, sie zu heiraten. Ohnedies lese ich da gerade von dem Bankrott der dramatischen Gesellschaft Valle-Bonisardi, von der ich mich fast hätte engagieren lassen.“

Nello lachte, klar wie Gold.