Der Advokat schlug durch die Luft und sprach in die Rede des anderen hinein:

„Dies ist das Prinzip des Übels: daß ich zu stürmisch den Fortschritt wollte, um mich auf die Erhaltung dessen, was da war, noch besinnen zu können. Der Geist der meisten aber ist vor allem auf Erhaltung gerichtet. So teilte sich durch meine Schuld dies Volk, so kam, ach, über mich! der Bürgerkrieg.“

„Da ist der Advokat! Er wagt sich zu zeigen. Nieder mit ihm!“ — und beim Café „zum heiligen Agapitus“ war alles auf den Beinen. Der Advokat, am Rande des Platzes, nahm die Hand, mit der er sie beschattet hatte, von den Augen, und sein Begleiter sah Tränen rollen.

„Nicht das Unglück ist meine Strafe, sondern die Reue“, stöhnte der Advokat.

Dort hinten überschrien sie einander, — indes beim Café „zum Fortschritt“ eine tödliche Stille lagerte. Die Herren wendeten sich nicht her; der alte Acquistapace hielt den Kopf gesenkt.

„Die Freunde, verführt und mitgerissen durch mich, leiden nun Furcht und hassen mich dafür. Bemerken Sie, Camuzzi, den seltsamen Fall, daß ich nur noch mit Ihnen sprechen kann, der Sie immer mein Gegner waren. Sie haben Mut!“

„Pöh!“ machte der Sekretär. „Da ich an das öffentliche Leben nicht glaube, wird es mir nicht schwer, zu tun, was mir beliebt. Indessen —“

Der Sekretär befestigte vor seinen halb geschlossenen Augen den Klemmer.

„— wäre dies nicht der Augenblick für Sie, sich zu fragen, wozu Sie soviel gewollt, sich abgearbeitet und gehandelt haben? Was bleibt davon, nun Sie im Dunkel des Privatlebens verschwinden sollen?“

Und er wollte, befriedigt durch seine Frage, weitergehen. Aber der Advokat verharrte noch auf der Mitte des Platzes; er nahm den Hut ab, und um den Platz, der tobte und schwieg, sandte er einen gefaßten Blick.