„Was bleibt?“ antwortete er. „Ich will nicht von den Werken sprechen, die vielleicht bleiben. Aber es bleibt die Liebe. Andere, die mich kannten, werden die Stadt lieben, wie ich sie geliebt habe. Und schließlich ist es für einen Mann wie für ein Volk ehrenvoller, das Gute zu wollen und auf halbem Weg unterzugehn, als immer weiter zu leben, ohne Schuld, weil ohne Tat.“
Sie umschritten den Brunnen; die Tauben flogen auf.
„Sie fliegen auf und setzen sich wieder“, sagte der Sekretär. „Das ist der menschliche Fortschritt. Die Stunde, als sie mit mir zusammen die Dampfspritze ablehnten, jene Stunde, Advokat, war Ihre weiseste.“
„Ah! ich verwahre mich. Nicht aus denselben Gründen haben wir sie abgelehnt. Ihnen, Herr Camuzzi, kam schon eine Dampfspritze zu schnell und zu neu, ich aber war ihr voraus, voraus . . .“
„Gleichviel.“
„Gleichviel“, wiederholte der Advokat und streckte die Hand hin. „Wir sind uns wenigstens einmal begegnet, — als wir denselben Fehler machten. Lassen Sie uns Freunde sein!“
Er stieg, schleppenden Schrittes, in die Treppengasse hinein. Der Gemeindesekretär wandte sich nach dem Café „zum Fortschritt.“ Von der anderen Seite kam die alte Ermenegilda aus dem Pfarrhause. Eine Strecke vom Tisch der Herren blieb sie stehen.
„Ich grüße die Dame“, rief der Gevatter Achille. „Wünscht Don Taddeo etwas Stärkendes? Und wie geht es dem heiligen Mann?“
„Ja, wie geht es ihm?“ fragten die Herren. Ihr taubes Gesicht bewegte sich nicht unter der Haube; sie sagte:
„Ist der Herr Giocondi da?“