„Wir sind wie die anderen, und wenn Don Taddeo alle umkommen läßt, ist es nicht gerecht, daß wir allein übrig bleiben sollen.“

Und sie schluchzten feucht ins Tuch, — indes Mama Farinaggi, unbekümmert um die Damen draußen in den Bänken, Kreuze schlug und die große Raffaella aus ihren gemalten Augen den Blick der Frau Camuzzi erwiderte, noch verächtlicher und fremder als sie.

Der Kaufmann Mancafede nahm die Hände vom Kopf, über den er sie als Dach gestellt hatte, und hob sich aus seiner hockenden Stellung.

„Wie? Ah! welch schlechter Scherz. Ich glaubte wirklich, mein Haus stände nicht mehr, meine Tochter sei tot, und nun ginge es an mich.“

„Wer weiß, wie es jetzt draußen aussieht“, entgegnete Camuzzi. „Es geschieht so wenig, daß wohl endlich Gott selbst eingreifen muß, damit etwas geschieht.“

Don Taddeo schlug mit der Hand wie nach Fliegen; er bekam rote Flecken, und er schrie:

„Es bleibt stehen und eure verdammten Seelen wohnen darin!“

„Gute Unterhaltung!“ sagten die Mägde Fania und Nanà, und obwohl sie immer fester an die Wand gedrückt wurden, glucksten sie laut. Hier und da pruschte jemand ins Tuch. Don Taddeo brach ab; sein Gesicht entfärbte sich ganz, — und dann, wie einzeln ausgesandte Glockentöne, und so sanft:

„Darüber am Himmel aber steht geschrieben: die Stadt ging unter durch ihre Laster. Jesus hat über sie geweint, aber sie hat nicht gehört.“

Die Töne zitterten dahin, bis in die dunkeln Winkel; — und als alle die Lider gesenkt hatten, senkte Don Taddeo selbst sie. Leiser, in der gepreßten Stille: