Der Kapellmeister atmete regellos, er griff sich ans Herz.
„Ich sehe es voraus: Euretwegen wird meine Messe durchfallen. Aber dann —: ah! Wenn ich Euch vor mir habe, fühle ich, wessen ich fähig wäre.“
Der Lehrer Zampieri vor der Orgel sah in seinem Spiegel das Gesicht des Maestro zerrissen, Lohe in den blauen Augen, und wandte sich erstaunt um. Die Musiker ließen die Instrumente sinken. Der kleine alte Beamte Dotti sagte:
„Seien wir vernünftig, Maestro. Wir spielen zur Ehre Gottes.“
„Und meine Ehre?“ fauchte der Kapellmeister. Die großen Schulmädchen im Chor stießen sich an und kicherten.
Der Schneider sagte kein Wort, aber er blies, wie er es probierte, so stark in sein Horn, daß alle auffuhren. Man lugte hinauf und lachte.
„Still doch, Don Taddeo betet, er bekennt seine Sünden . . . als ob er welche hätte, der heilige Mann.“
„Signora Eufemia, Eurem Kleinen ist das Chorhemd zu groß.“ „Aber er schwingt den Weihrauchkessel geschickter als Eurer.“
„Woran hast du während des Sündenbekenntnisses gedacht, Scarpetta? Ich habe mich daran erinnert, daß der Advokat meinem Bruder den Schreiberposten in der Unterpräfektur verschafft hat.“
Der dicke alte Corvi brummte: