„Eh! ich sage nicht nein“, erwiderten sie. „Denn wegen des Bürgerkrieges bleiben die Bauern aus, heute am Sonntag. Das trifft euch: gut; aber es trifft auch uns.“

Der Gevatter Achille sammelte auch den Bäcker Crepalini und seine Freunde vor dem Dom.

„Ah! ihr glaubt, der Advokat werde sich an euch rächen? Ihr kennt ihn nicht. Der Advokat ist ein Gentleman mit dem edelsten Herzen.“

„Ich verbürge mich für meinen Freund,“ sagte der Apotheker, „daß er Euch das Monopol erneuert.“

Dennoch kratzte der Bäcker sich den Kopf und verkroch sich sacht in den Haufen, der den Kapellmeister beglückwünschte. Er lehnte am Dom, drückte die heißen Handflächen gegen die Mauer und lächelte verstört. „Ich habe sie also erbaut“, dachte er. „Ich habe ihre Leidenschaften verklärt; sie fühlen Frieden. Ich aber mußte leiden, als ich meine Messe erfand, leiden für Flora Garlinda.“

Da er nichts sagte, schwand der Haufe. Der Kapellmeister lehnte noch immer und lächelte. Auf einmal streckte ihm, mit einem Gesicht voll glänzender Gnade, der Cavaliere Giordano die beringte Hand hin.

„Maestro, ich habe eine gute Nachricht für Sie: — gestern abend schon ist sie mir mit der Post gekommen; aber ich wollte den Erfolg Ihrer Messe abwarten, um Ihr Glück verdoppeln zu können. Maestro —“

Mit einer Geste, leicht und glücklich, als bewegte sie einen Zauberstab:

„— Sie sind zweiter Orchesterdirigent bei der Gesellschaft Mondi-Berlendi und werden zur Herbstsaison nach Venedig gehen.“

Das Lächeln des Kapellmeisters erstarrte. Der Cavaliere Giordano winkte die nächsten zu Zeugen herbei.