„Wie? das ist eine wohlverdiente Auszeichnung. Denn unser Maestro Dorlenghi ist nicht nur ein Talent, er ist ein sympathisches Talent.“
Man stimmte bei. Frau Camuzzi stieß Frau Paradisi an:
„Ah! Signora Aida, noch soeben stellten wir fest, daß uns nie so fromme Gedanken gekommen sind, wie in der Messe des Maestro, und jetzt verläßt er uns.“
„Das ist zu natürlich“, sagte Flora Garlinda. Sie hatte auf einmal große blasse Halbkreise unter ihren Augen, die todernst blieben, obwohl sie die Lippen, wie zum Lächeln, von den Zähnen zog. Sie hob die schlaffe Hand des Kapellmeisters auf und schüttelte sie hart.
„Es war leicht vorauszusehen, daß er uns andere überholen werde. Ich, die Sie hinter sich lassen, empfehle mich Ihnen, Maestro. Sie müssen wissen, daß ich Ihnen geholfen habe. Denn ich habe von der Gesellschaft Mondi-Berlendi der kleinen Rina gesprochen: Sie erinnern sich, Maestro, Ihrer Geliebten, der Dienstmagd Rina, die Sie dem Cavaliere Giordano abgetreten haben.“
Man kicherte. Der alte Zecchini pruschte aus. Der Kapellmeister warf sich plötzlich herum; man sah seinen Nacken heftig zucken, während er sich auf der Mauer um die Ecke drückte. Der Cavaliere Giordano ging ihm mit ausgestreckten Händen nach.
„Mein lieber Dorlenghi, wie kann der Irrtum dieser braven Leute —. Ich versichere Sie, daß nur Ihr ungewöhnliches Talent —.“
„Lassen Sie, Cavaliere, es ist das unverdiente Glück, dem meine Nerven nicht widerstehen. Und bei alledem —“
Unvermittelt stieß er nach allen Seiten, er hielt sich die Stirn, er stöhnte wund.
„— habe ich Sie kompromittiert und in Gefahr gebracht: Sie, meinen Wohltäter!“