„Welch Heiliger!“ sagte das Volk, indes Gaddi und der Cavaliere Giordano herbeigeschoben wurden. Der Advokat stellte sie dem Priester vor.
„Der Cavaliere ist ein über den Erdkreis hin berühmter Mann, dem die Menschheit für hohe Dinge verpflichtet ist. Der Herr Gaddi aber hat heute nacht an der Spritze gearbeitet wie einer von uns. Sie freilich, Reverendo, der Sie mehr getan haben als alle —“
„Große Sünden“, sagte Don Taddeo rasch und preßte die Hand auf die Brust, „verlangen große Tugenden; und was ich erkannt habe, ist, daß unsere Verdienste eins sind mit unserer Schuld.“
„Ich bin Ihrer Meinung“, sagte der Advokat. „Wir werden immer nur tun können, was wir schulden, und das wenige Gute, das mir zu vollbringen erlaubt ist —“
„— das kommt mir vom Volk.“
Es ward geklatscht, — und ein langer Schub beförderte die beiden samt ihren getragenen Mienen bis vor die Tür des Turmes. Keiner wollte vorangehen; sie drehten einander rundum und wurden drehend hineingestoßen. Die Menge quoll nach. Über die Stufen zum Dom schwemmte eine Welle Volkes. Ihr entstieg der Savezzo und drückte sich unbemerkt unter die Matratze. Er schlich durch die Vorhalle. Aus all den leeren Bänken dahinten erhob sich ein einziges, dämmerweißes Gesicht.
„Sie hier, Herr Savezzo?“ fragte Frau Camuzzi.
„Da Sie mir ein Zeichen gegeben haben —.“
„Ich, ein Zeichen?“