„Alle haben es gesehen, nicht wahr, Ihr Damen?“

Der Advokat warf sich anmutig in die Brust für Jole Capitani, bevor er seinen Schimmel wieder in Trab setzte. Alles strahlte, wo er hindurchritt; und die Kinder klatschten, nun Galileo auf dem Esel kam.

„Aber — der Gennari?“ rief der Advokat, sobald er bei der Diligenza anlangte. „Du hast ihn also nicht mit, Masetti? Weißt du wohl, daß wir für unsere Gäste verantwortlich sind?“

„Beruhigen Sie sich, Advokat,“ — und der Cavaliere Giordano winkte ihn ans Fenster, „es ist ein Zwischenfall von eher heiterer Art.“

Er flüsterte, und der Advokat schmunzelte.

„Ah! ihr Künstler. Ich hätte es mir denken können. Galante Abenteuer bis zum letzten Augenblick! Aber die Schönste von allen — das ist die Rache von uns Bürgern — die Schönste hat keiner von euch zu sehen bekommen. Denn sie tritt selten aus ihrem Schatten hervor . . .“

Und er wies auf den schwarzen Garten, dessen Kühle soeben die Vorbeiziehenden ergriff. Sie legte sich einem auf die Schultern, sie hatte den toten Duft uralter Zypressen; man wendete, zusammenschauernd, den Kopf, und bis man aus dem Knie der Straße heraus und wieder in der Sonne war, schwieg man. Dann sagte der Advokat:

„Dort wohnen die einzigen, die sich um euch nicht bekümmert haben. Bekümmern sie sich doch auch um uns nicht. Es ist erstaunlich, aber es gibt Menschen, denen die Stadt nichts gilt; Fanatiker, die den großen Dingen der Menschheit fremd bleiben. Ein enger Garten, und dann der Tod: das ist alles.“

Und eine Strecke weiterhin:

„Aber es ist ein Ort mit schwerer Luft. Am selben Fleck, wo man jetzt im Banne des Klosters lebt, haben einst die Häuser jener Hetären gestanden, die der Venus als Priesterinnen dienten und zuweilen sogar ihr Blut über den Altar der Göttin gossen.“