„Und ich, der ich ihn überwunden habe? Bin ich mächtig genug?“

„Du fragst? Dann bist du nicht mächtig genug.“

Der Gepanzerte mußte sie wieder ins Schiff tragen. Lukas trachtete schweigend: „Ich will mächtiger werden,“ und inzwischen ließen sie die Meere hinter sich. Sie stiegen an einer Küste aus, wo weiße Straßen zwischen steinigen Äckern in ein Land voller Ungewißheiten führten.

Vier Knechte trugen Dianoras Sänfte, voran schritt der Gepanzerte und Lukas hinterher. Zwei des Wegs ziehende schlossen sich an, ein Gebräunter im roten Mantel und ein blasser, dünnbärtiger Gauch mit schwarzem Schnürkittel. „Ich habe schon einen Mühlstein um den Hals gehabt,“ sagte er. Der andere sagte: „Ich lag im Block, mit Feuer an den Füßen.“

Sie gingen weiter und es wurden ihrer immer mehr, die mitgingen: Männer mit noch blutrünstigen Wunden und andere mit Pestgeschwüren hoch am entblößten, fleischlosen Schenkel. Sie brachten Gebreste, Lüste und Todesverachtung aus glühenden Ländern mit. Ihre Augen funkelten, ihre Sinne wurden von Gier verbrannt.

Unterwegs plünderten sie die Dörfer, verkündeten die Herrschaft des neuen Gebieters und nahmen sich das Vieh und die Weiber. Einmal blieben alle stehen. Fern, in der Höhe, thronte auf weißen Felsen die Stadt: des Reiches leuchtende Hauptstadt, die Hauptstadt des Kaiserreiches Trapezunt. Es hingen goldene Paniere von den Mauern und Rosengewinde zogen darauf hin.

Die Abenteurer stöhnten und fluchten.

Sie traten in eine Schlucht von schwarzen Felsen, so eng und hoch, daß sie darüber am Mittag die Sterne erblickten. Auf den Bergkämmen standen die Verteidiger, sie rissen Blöcke los und warfen sie hinab. Aber der Fels zog sie an: sie hafteten, keiner fiel, und die Krieger stürzten in Verzweiflung und Grauen sich selbst in die Tiefe.

Als sie das schmale Tal verließen, sahen sie wieder die Stadt, doch waren Fahnen und Kränze fort. Es rannte wirr auf den Mauern umher, ein Zittern von tausend angstvollen Atemzügen stieg zum Himmel. Die Abenteurer nickten sich zu und kicherten.

Nun kam ein Wald, davor hatte das Heer des Reiches sich aufgestellt. Es sah dem Gepanzerten in das einzige Auge und senkte die Waffen, um still mitzugehen auf dem Schicksalsgange des Siegers.