»– merken Sie sich – denn also – daß die Künstlerin Fröhlich unter meinem Schutze steht, und daß ich nicht gesonnen bin, sie beleidigen noch auch das Heft mir entwinden zu lassen. Wiederholen Sie sich dies des öftern! Schreiben Sie es sich auf!«
Der Artist brummte etwas, aber er sah bezähmt aus. Allmählich machte er sich davon. Die Künstlerin Fröhlich sah Unrat an und lachte laut auf; dann kam ein viel leiseres Lachen, spöttisch und zärtlich, und so, als dächte sie über ihn nach und über sich selbst: warum sie sich stolz fühlte auf ihn, den sie lächerlich fand.
Die dicke Frau überwand ihr Übelwollen und legte Unrat die Hand auf die Schulter.
»Nu hören Sie mal zu,« sagte sie.
Unrat wischte sich die Stirn, halb abgewendet und völlig besänftigt. Die Panik des Tyrannen, der einer Widersetzlichkeit durch kopfloses Wüten begegnet, sie ließ ihn wieder einmal ziemlich erschöpft zurück.
»Also da aus der Tür geht Kiepert, und da is die Rosa, und da sind Sie, und hier bin ich ...«
Mit eindringlicher Stimme hielt sie ihm die Wirklichkeit vor.
»Und denn war da noch der Schiffskapitän, den Sie 'rausgesetzt haben. Der kommt nämlich aus Finnland und hat 'n glänzendes Geschäft gemacht, weil ihm nämlich sein Schiff untergegangen is, und es war versichert ... Sie haben woll kein Schiff versichert? Nu, das muß ja auch nich sein. Dafür haben Sie andere Geistesgaben. Sie müssen sie bloß mal sehen lassen, das is allens was ich sag' ... Da is also nu die Rosa. Sie verstehn? Der Kapitän hat Geld, is 'n ansehnlicher Mann und gefällt dem Mädchen.«
Unrat blickte verstört auf die Künstlerin Fröhlich.
»Is ja gar nich wahr,« machte sie.