Unrat machte eine scharfe Wendung; hinter sich hörte er ein Schnaufen, das aus der breitesten der drei Brüste kommen mußte, aus Ertzums Brust, und das nach Empörung klang. Da erscholl Kieselacks Quetschstimme:
»In dem Haus, wo eben einer rausgekommen is, soll es aber 'ne ganze Masse sittlichen Unrat geben.«
Unrat zuckte empor; vor Wut und Angst fletschte er die Zähne.
»Ich werde Sie alle zerschmettern. Morgen bringe ich – wahrlich doch! – das Geschehene zur Anzeige!«
Niemand antwortete. Unrat machte nochmals kehrt und schlich zwei, drei Schritte weiter, in einem drohenden Schweigen. Da, ganz langsam, sagte Kieselack, und Unrat zuckte bei jedem der zwei Worte mit dem Nacken:
»Wir auch!«
V
Lohmann, Graf Ertzum und Kieselack spazierten hintereinander um den Saal. Wie sie unter der Bühne vorbeikamen, stieß Kieselack einen schrillen Pfiff aus.
»Ins Kabuff!« kommandierte er; und sie drückten sich in die Künstlergarderobe. Die dicke Frau flickte irgend etwas.
»Nu?« fragte sie. »Wo haben Sie denn gesteckt, meine Herren? Ihr Lehrer hat uns Gesellschaft geleistet.«