»Fräulein Rosa,« stammelte Ertzum; er hatte, seit sie im Zimmer war, einen demütigen Rücken und einen Blick, der flehte.

»Mit Ihnen is auch nischt los,« erklärte sie ihm.

»Das einfachste wär' doch wohl gewesen, Sie wären im Saal geblieben und hätten anständig geklatscht. Da sind gewisse Rauhbeine, die wollten mich anöden.«

Ertzum stürzte vor.

»Wo sind die Kerls! Wo sind die Kerls!«

Sie holte ihn zurück.

»Sein Sie so gut! Machen Sie Krach! Dann flieg' ich noch heut' abend hier raus. Können Sie mir vielleicht Ihr Palais zur Verfügung stellen, Herr Graf?«

»Sie sind ungerecht, gnädiges Fräulein,« sagte Lohmann. »Er ist erst heute wieder Ihretwegen bei seinem Vormund, Konsul Breetpoot, gewesen. Aber dieser Bürger hat keinen Sinn für die große Leidenschaft, er gibt kein Geld her. Ertzum möchte Ihnen, soviel an ihm liegt, alles zu Füßen breiten: seinen Namen, eine glänzende Zukunft, ein Vermögen. Er ist weiß Gott von hinreichend einfachem Geiste, um das zu tun. Darum gerade, gnädiges Fräulein, wäre es unrecht von Ihnen, wenn Sie seine so sympathische Einfachheit mißbrauchen wollten. Schonen Sie ihn!«

»Ich werd' wohl allein wissen, was ich zu tun hab', Sie Baffze ... Und wenn Ihr Freund keine solche Schnauze hat wie Sie, denn hat er darum bloß noch mehr Aussicht, daß er bei mir –«

»Das Ziel der Klasse erreicht,« ergänzte Kieselack.