Da polterte es auf der Brücke zum Schlafzimmer des Barons Utting; der Pferdekopf erschien an der Hausecke; und neben dem Tier ging Arnold. Der Alte ritt hinüber, vor die Öffnung des Baumganges, beugte sich vom Pferd, legte die Hände auf die Schultern der beiden Gegner. Sein großer heller Bart stieg in der Sonne auf und nieder. Die Gesichter blinzelten, mit scharfen Schlagschatten, zu ihm hinauf. Frau Gugigl flatterte, unter den kleinen, bunten Flügelschlägen ihrer weiten Hängeärmel, um die eifrige Gruppe.
Nun schien es dem Alten gelungen, er wandte das Pferd. Lola kehrte ins Zimmer zurück. Gleich nach ihr kam Gugigl, hob die Arme, schnitt Fratzen und krähte darauf los:
„Mir war’s g’nua! Eine Courasch wenn der Katzlmacher hat!“
Der Anblick seines Maßkruges gab ihm Festigkeit. Er ergriff ihn, stemmte sich auf gespreizte Beine und hob ihn nervig an die Lippen. Die beiden Frauen brachten Pardi herein; er mußte mit Gugigl trinken. Er tat es unter knirschendem Lächeln, richtete an die Damen einige galante Sätze und verschwand wieder. Man war besorgt und unzufrieden.
„Ah! der stört die Gemütlichkeit!“ rief seine Cousine. „Da sicht mer’s, was dees da drunt für Bazi sein!“
„Gehn’s, machen’s doch an Witz!“ — und Gugigl sah aus geröteten Augen erbittert auf Gwinner.
„Wissen Sie, warum er sich mit Ihnen schießen möchte?“ begann Gwinner pünktlich. „Damit auch Ihr Hemd Löcher kriegt!“
Nur Frau Gugigl lachte. Tini fragte tiefernst, mit etwas Starrem im Ton:
„Und Sie, Herr Gwinner? Würden Sie sich schlagen?“
„Ach ja, das ist interessant!“ — und Frau Gugigl hüpfte empor. „Wie stehen wir eigentlich zu der Frage im allgemeinen?“