„Ich will Ihnen nichts schuldig sein.“
„Gehen wir! Die Herren warten.“
„Ich soll gehen, ich? Weil die Herren warten?“
„Aber Lola!“ sagte Mai, ganz erschrocken über so viel heftigen Widerstand. Pardi nickte ihr zu.
„Ihre Tochter ist tatsächlich noch ein Kind.“
Aber er rechnete zusammen. Lola gab ihm das Geld, mit vielem Geklapper der Münzen. Pardi schloß kaltblütig:
„Ehrlich sind Sie.“
Lola war sprachlos. „Hat er das nicht erwartet?“ dachte sie. „Er tut, als wäre ich eine Kokotte . . . Das stimmt mit dem Gespräch beim offenen Fenster. Wenigstens ist er konsequent.“
Und mochte sie’s noch zu leugnen versuchen, seine Art, sie zu nehmen, ohne Rücksicht auf ihre Stimmungen, ohne Verzärtelung: seine Art besiegte sie und erleichterte sie. Auf der Treppe bemerkte sie, daß sie sich hätte weigern sollen, mitzukommen, und ärgerte sich, weil sie keine Lust hatte, umzukehren.
Den ganzen Abend unterhielt sie sich, und nicht schlechter am nächsten. Die Tage vergingen mit Baden und Nichtstun. Das Bad dauerte Stunden. Man lebte in diesem durchsonnten, blauen und weichen Wasser. Mai lachte vor Glück, wenn sie ihre Hand hineintauchte, und sagte, es sei, wie wenn sie durch den Stoff eines Ballkleides gleite. Man schwamm, so weit man mochte; und ermüdete man, waren immer Herren mit einem Boot da. Man kletterte hinein; — und indes man recht unbeteiligt und träumerisch die Augen schloß, gewahrte man durch ihren Spalt doch die hungrigen und diskreten Blicke des halbnackten Ruderers. Sie prickelten einem auf der Haut. Pardi verbot ihnen diese Rast im Boot; Lola hatte, in aller Beisein, einen Auftritt mit ihm. Er hielt ihr Mai als Beispiel vor.