„Ihre Mama ist noch eine der wirklich weiblichen Frauen, die gehorchen können. In Ihnen ist etwas Feindliches.“
„Glücklicherweise,“ sagte Lola höhnisch.
Denn dies Feindliche reizte ihn! Lola sah immer deutlicher: „Mai gefällt ihm. Zu mir zieht ihn seine Herrschsucht.“
„Eines Tages,“ verhieß er, „werden wir uns auseinandersetzen müssen: ich sage es Ihnen voraus.“
„Ich glaube, wir haben uns gar nichts zu sagen.“
„Zu sagen vielleicht nicht viel.“
Er lachte, und sie drehte ihm den Rücken. In dieser Minute hätte sie keine heftige Antwort gewußt. Sie war erschlafft und einem weichen Weinen nahe. Manchmal spürte sie so, inmitten seiner Unverschämtheiten, eine begehrliche Wärme von ihm her, etwas wie einen jähen Stoß Südwind, daß einem der Atem stockt; oder wie den heißen Brodem aus einem Tigerrachen, die Sekunde, bevor er zuschnappt.
Tags darauf schwamm sie wie gewöhnlich hinaus.
Mai hatte ihr zugerufen, sie dürfe nicht weiter. Wie sie ins Boot wollte, war keins zu sehen. „Diese Feiglinge!“ Lola kehrte um. In immer kürzeren Pausen mußte sie sich auf dem Rücken ausruhen. Solange sie noch einen Überschuß an Kraft fühlte, dachte sie mit befriedigter Rachsucht daran, daß sie nun vielleicht umkommen werde. In dem Augenblick, als es ihr ängstlich ward, tauchte neben ihr Pardis Kopf auf. Wie lange war er denn unter Wasser geschwommen?
„Rühren Sie mich nicht an!“