„Ja!“

Dritter Teil

I

So leise Lola, ohne Licht zu machen, ihr Schlafzimmer betrat, Mai hörte sie doch, kam zögernd herein, — und plötzlich, schluchzend im Dunkeln, hängte sie sich an Lola, die den Atem anhielt und mit schlechtem Gewissen auf dies Schluchzen hörte.

„Werde glücklich!“ brachte Mai hervor.

„Darum handelt es sich nicht,“ murmelte Lola. „Aber du weißt, man muß vernünftig sein.“

Und sie übte sich in Vernunft und Nachgiebigkeit. Sie durfte jetzt nicht mehr das Damenbad verlassen. Pardis Augenrunzeln begegnete sie, wenn sie, ohne ihn zu erwarten, zu Tisch gegangen war. Er fand es unverschämt, fragte sie nur, wo er mit Mai den halben Tag verbracht habe. Denn sie verschwanden aufs Meer, in das Land . . . Dafür machte er aus Lolas Eintritt jedesmal etwas wie das Erscheinen einer Fürstin. Ein Fest, mit Regatta, Ball und Feuerwerk, das er plante, sollte ihm dazu dienen, seine Verlobte mit Größe in die Gesellschaft einzuführen. Lola erklärte aber, wegen ihrer Ausstattung nach Florenz zu müssen. Am Morgen ihrer Abreise, noch bevor der Strand sich belebte, sah sie die Bernabei und sah, daß sie auswich. Lola machte einen Bogen und grüßte: mädchenhaft, mit Unterordnung. Sie schämte sich, zu triumphieren. In diesem Augenblick trat Pardi auf und stellte vor. Seine Geste war blühend, voll des Genusses der Lage. Lola zog die Brauen zusammen. Sie reichte der Bernabei die Hand, mit einer raschen Regung, die sagte: „Er rühmt Ihnen seine Braut und prahlt vor mir mit seiner Geliebten: muß uns diese brutale Manneseitelkeit nicht zu Verbündeten machen?“ Und sie erstaunte einfach, als die Hand der andern nicht kam und in dem zusammengedrückten Gesicht die blassen Augen vor Haß dunkler wurden.

In der letzten Minute sagte Pardi:

„Nein, Sie können nicht allein reisen, ich komme mit Ihnen.“

Mai erwiderte: