„Mir auch, — und ich möchte es ihr sagen.“
„Um Gottes willen! Wie können Sie mit der Frau noch verkehren!“
. . . Und der war der Anständigste! Lola ging sogleich zu ihr, hinter die Ringallee, in die halbbebaute Vorstadtstraße, am Rande eines Scherbenfeldes. Alles stand weit offen; niemand zeigte sich; und mit Mühe gelangte Lola durch das wackelnde Gerümpel über den Flur. Ein armer Salon, die Wände volkstümlich bemalt, wie in einer Kneipe; und nichts darin als ein Damenschreibtisch, eingelegt, bedeckt mit Gegenständen aus Silber, und auf einem Samtkissen darunter ein Mops: der Mops des Hauses Bernabei. Lola mußte husten von dem scharfen Mauergeruch.
„Contessa!“ sagte darauf eine einladende Stimme. Die arme Verwandte der Hausfrau watschelte herein, mit demselben schiefen Kopf, mit dem sie die Honneurs des Palazzo Bernabei gemacht hatte.
„Setzen Sie sich doch, Contessa . . . Ach Gott, kein Stuhl!“ — und bestürzt ließ sie ihre frisch gestärkte Frisierjacke los, die sich auftat. Ein wulstiges Gewoge, in ergraute Leinwand gewickelt, ward sichtbar. Sie eilte nach Sitzen. Lola trug selbst einen Strohstuhl herbei.
„Wir wissen es sehr zu schätzen,“ sagte die Alte, „daß Sie sich für unser neues home interessieren. Auch meine kleine Nichte weiß es zu schätzen. Da kommt sie.“
Die Bernabei blieb in ihrer eleganten Matinee vor der Tür stehen.
„Stefano! Diomira!“ rief sie rückwärts ins Dunkel. „Hier versperren Sachen den Weg.“
Da niemand antwortete, trat sie mit Achselzucken ein.
„Sie wissen wohl, Contessa, die Dienstboten . . .“