„Spricht dieser Herr gegen uns?“ fragte Claudia.

„Im Gegenteil,“ sagte Lola, er gibt Euch so viel Gutes, daß ich’s nicht verantworten könnte.

Guidacci erklärte:

„Diese Deutschen sind alle Philosophen und wissen stets zu beweisen, daß sie die ersten sind. Hat mir nicht in Berlin einer klargelegt, daß von jeher nur die Völker Erfolg gehabt haben, die tüchtig tranken?“

Und Arnold:

„Sie irren, mein Lieber: nicht uns wollte ich herausstreichen. Das Wünschenswerte ist, jung zu sein, und Ihr seid es. Ich habe Euch zu danken, denn der Aufenthalt unter Euch erleichtert und erfrischt mich. Und ich bin überzeugt, Euch steht die Aufgabe bevor, unsern übermüdeten Erdteil zu erleichtern und zu erfrischen. Er wird genug bekommen von Innerlichkeit und von Tiefe. Im Begriffe, am Geist zugrunde zu gehen, wird die Menschheit des Nordens sich erneuern müssen durch die des Südens: durch ihre gesündere Animalität, die sie vor den Verführungen und Lastern des Geistes bewahrt hat. Es ist nicht wahr, daß Ihr nur eine Blüte gehabt haben sollt. Ihr werdet nochmals blühen, sobald die Zeit Euch nochmals braucht. Und die Menschheit wird glücklicher sein, wenn ihr repräsentativer Typus wieder der Jüngling ist!“

Claudia gähnte. Sie entschuldigte sich.

„Es ist so heiß, daß man müde wird. Was haben Sie denn für einen Holzstoß errichtet, Reverendo? Bei dieser Frühlingsluft! Gleich zerstören Sie ihn!“

Guidacci schürzte schon wieder sein Kleid.

„Ich wollte nur zwei Scheite anzünden,“ erklärte Claudia, „zum Anblick für meine Besucher. Nun scheinen wir heute allein zu bleiben.“