Aber da meldeten jugendliche Stimmen sich, und mit Botta an der Spitze, brachen vier junge Leute herein. Claudia erwachte und begann, mit der Kuchenschüssel von einem zum andern, zu zwitschern und kleine weiche Mienen zu rollen.

„Und Sie, Cipriani, wann malen Sie mich?“

Und aufs Fenster gestützt, nahm sie eine Pose ein. Im schief gelegten Köpfchen gab zum Gefunkel der Augen, die ihres eigenen Schmachtens spotteten, der große mürbe Mund kindischen neapolitanischen Singsang von sich, den Cipriani nachahmte. Seine fleischige Nase rückte dabei hin und her. Zwei leichte, ungeduldige Vögel hüpften und girrten, eine halbe Minute lang, auf demselben Zweig.

„Cipriani ist noch bei der Lippi,“ sagte Botta; „er malt gern reiche Konditorsfrauen; das Bild wird dann süß und verschafft ihm Aufträge.“

„Ich bin nicht Landrini,“ sagte Cipriani; und er machte den süßen, zitterigen Mund des alten Malers und seine gezierte Jünglingsmanier.

„Sie kennen ihn doch, Contessa? . . . Was er am besten malt? Sich selbst: aber in Natur . . . O, er war in London, hat alle Engländerinnen porträtiert und viel Geld mitgebracht.“

Botta schob ein, Landrini sei geizig. Er spare die Droschken und wische sich, bevor er ein Haus betrete, mit einem Lappen die Schuhe ab. „Neulich, bei Valdomini, kam ich mit zwei andern darüber zu, und, mein Wort, er war so gefällig, auch uns die Schuhe abzuwischen. Ich ermahnte ihn, er solle nur nicht drinnen statt seines Taschentuches den Lappen hervorziehen.“

„Und kennen Sie Musso?“

Lola erfuhr, Musso sei ein Eisenbahnbeamter mit Leidenschaft für Geselligkeit. Jeden Unbekannten fragte er nach der Adresse und gab noch am Abend seine Karte ab. Alle verschwanden, wenn er kam.

„Aber auch vor Ihnen, Herr Cipriani,“ sagte Lola, „läuft man davon. Die Prinzipessa Dora hat mir erklärt, wo Sie seien, werde sie keine Gedichte mehr lesen.“