„Ich habe mich zu beugen, ich, und allen Stolz gutzumachen. Denn ich war stolz auf meine Einsamkeit, die doch nur Schwäche war. Nicht aus Stärke stehen wir allein, ohne über ein anderes Wesen unsere Hand auszustrecken. Jetzt bin ich gebrochen und dennoch erstarkt. Sehnsucht tat es. Ich bin dein. Mache aus mir, was du willst!“

Unter seinem zitternden Geflüster zog sie sich weiter in den Sessel zurück, machte sich steif und drückte die Lider zu, als erleide sie Gewalt. Sein Kopf sank auf ihre Knie.

. . . Aufschreckend trennten sie sich. Er tat ein paar Schritte, blieb stehen und sah umher.

„Seltsam!“

„Ist nicht das Damals seltsamer?“ fragte Lola. „Damals, als wir uns trafen? Wie seltsam ist alles, was war! Die alten Bilder dort, bedenken Sie, waren Menschen, lebten und hatten eine Welt, die von uns nichts wußte. Und so wenig wußten wir, wußten die, die damals wir waren, von uns, von dem, was wir nun doch sind. Ist es zu glauben, wie blind, wie fremd uns selbst wir waren? O! die unwissende, die grauenhaft kindische Vergangenheit.“

Aufatmend:

„Sagen Sie mir noch einmal, daß ich Sie nie verlieren werde!“

Er kam und nahm ihre Hand. Lange hielten sie ganz still.

„Jetzt müssen Sie gehen,“ sagte Lola, ohne sich zu bewegen.

Als er fort war, schloß sie die Augen. Ihre Hand fühlte noch immer seine. Sie lächelte furchtsam: „ist das möglich? war es wirklich?“ und wünschte sich, nie mehr die Lider zu heben.