„Aber daß er mein Leben zerstört hat, vergessen Sie! Sie sind kalt! Lassen Sie mich allein!“
„Ich bitte dich!“ Er stammelte, und er lief weiter mit durch den Nebel, wie ein Hündchen. „Wie magst du auf einmal alles verkennen? Haben wir uns nicht? Sind wir nicht eigentlich besser daran, unser sicherer, als der, der sich mit einem unverstandenen Schicksal herumschlägt? Ich liebe dich nicht weniger, weil ich ihn nicht hassen kann.“
„Weil ich ihn ansehe, wie ein böses Bild.“
„Sagen Sie das ihm! Sie werden erfahren, daß er kein Bild ist. Kann sein, daß er Sie tötet. Er wäre durchaus nicht zu fein und bedenklich, Sie zu töten — und auch mich. Ach! haben Sie denn kein Blut? Ist es denn nicht möglich, Sie zum Äußersten zu treiben? Nie könnten Sie etwas tun, was Sie bei kalter Vernunft nicht billigen würden: etwas Abschließendes, etwas Gewaltsames?“
„Wenn ich es vorauswüßte, würde ich es nicht tun.“
„Sie haben Recht Sie sind immer klar und vernünftig. Wie sollten Sie etwas Dummes tun. Gewalt ist natürlich dumm.“
„Ich bin so sehr dein, daß ich auch etwas tun würde, das mich Ehre und Leben kosten würde, und das ich ohne Überzeugung, nur in deinem Namen täte. Ich verachte die Gewalt; ich glaube, daß sie uns schlecht macht und die Dinge nicht bessert. Durch das Tragen einer Waffe fühlte ich mich einst schlechter werden — und lächerlich. Denn alles Schlechte, Rückständige ist lächerlich. Der Gewaltmensch, der Krieger ist eine Karikatur . . .“
„Vorhin begeistertest du dich für den Mars.“
Seine Erregung, seine Widersprüche und seine trotzige Übertreibung versöhnten sie. Nun seine Stirn zornig gerunzelt war, zerging zwischen ihren Brauen die Falte. Sie atmete ruhiger, fast glücklich, weil sie ihn hatte reizen können. Nur nicht immer dieses nüchterne Gleichgewicht, diese künstliche Ruhe des Schwachen!