„Wie wäre sie’s nicht? Vor allem denkt sie niemals.“
„Das wohl“
„Und dann tut sie mit ihrem Mann, was sie will.“
Lola lächelte nochmals.
„Mir scheint, vielmehr erreicht er mit ihr, was er will. Und das sehen auch andere.“
„Bin ich ein so schlechter Beobachter?“
Sie schwieg ein wenig. Dann:
„Von allen Frauen, die ich kenne, haben es die deutschen am schwersten. Frau Gugigls Übermut und Selbsttäuschung ändert nichts. Sie sind noch immer rechtlos und müssen dabei arbeiten. Verdient nicht meine Cousine für den Haushalt, — den sie besorgt? Immer noch lieber in Brasilien verheiratet sein. Auch dort ist man Untertanin; aber man liegt in der Hängematte, wird vom Mann und Herrn bedient, und nach dem Gesetz gehört die Hälfte von allem was er einnimmt, seiner Frau.“
„Wo ist das?“ fragte Frau Gugigl und setzte sich zu ihnen. Als sie’s erfahren hatte, fand sie die Brasilianerin riesig künstlerisch. Arnold, Hals über Kopf, als gälte es, nur etwas zu sagen:
„Vielleicht hört die Frau auf, Künstlerin zu sein, sobald sie eine Kunst ausübt.“