Die Musikanten begleiteten den Wagen nach dem wüsten Hofe, stärkten sich hier an einem Kruge Branntewein und führten den Bräutigam alsdann mit schmetterndem Galopp ins Brauthaus, vor dessen Tür die Jugend des Dorfes, getreu nach dem alten Sprüchlein „je mähr Pötte, je mähr Glücke“, schon so viel alte Töpfe und Krüge zerschmettert hatte, daß man fast über einen Berg voll Scherben klettern mußte.
Als die Dämmerung kam, sammelten sich unter der alten Linde am Tie, in der noch die Nägel steckten, die Marten vor dem Tode seines Vaters hineingeschlagen hatte, sechs junge Mädchen, die in ihrer Mitte einen mit bunten Bändern geschmückten Spinnrocken hielten. Sie sahen nach dem Brauthause aus, über dem sich feine Wölkchen kräuselten, und sangen:
„Spinn’, spinn’, meine liebe Tochter,
Ich geb dich en neuen Rock.“
Ach ja, meine liebe Mutter,
Die hab ich zehn Schock.
Ich kann ja nicht spinnen,
Mir schwört ja mein Finger
Und tut mir so weh.
„Spinn’, spinn’, meine liebe Tochter,