Bei den Eichen standen zwei schmucke Burschen mit Bändern an Mütze und Brust und geladenen Karabinern in den Händen. Sie schauten die Straße hinauf und horchten auf ein rasch sich näherndes Wagenrasseln und Pferdetrappeln.

Marten war noch nicht von Bodenburg zurück. Aber jetzt sauste sein Gefährt um den Heckenhorst beim Dorfeingange. Die Peitsche knallte, und die Funken stoben. Er hatte den Meierzins auf Heller und Pfennig entrichtet, die Heiratsgebühr, die „Bedemund“, prompt bezahlt und drei Säcke voll des proppersten Kornes abgeliefert, mehr, als er zu diesem Zeitpunkte nötig gehabt hätte. Das hatte dem gnädigen Herrn gefallen, und Marten kehrte zurück in dem Bewußtsein, daß er sich seines besonderen Wohlwollens versichert halten dürfe.

Die beiden Burschen empfingen ihn mit krachenden Schüssen und gellenden Juhuschreien und schwangen sich zu ihm auf den Wagen.

Sophie winkte aus der Tür, die Leute riefen aus den Fenstern, die Gänse schrieen, und Marten winkte lachend mit der Peitsche.

Auf der Despebrücke begegneten dem Wagen fünf Musikanten, die im Nachbardorfe bestellt waren, lauter bäuerliche Gestalten mit lustigen, verschrobenen Gesichtern. Flugs stellten sie sich vor den heimwärts strebenden Gäulen auf, um sofort eins zum besten zu geben; sie spielten einen Galopp und spielten ihn aus Leibeskräften, so daß die Gäule sich hoben und jung und alt aus den Häusern stürzte, um vor den Türen zu galoppieren.

„Truderittchen,

Krieg dat Mäken bi de Fittchen!“

krächzte der lahmbeinige „Swän“ und erwischte die Totenkathrine, mit der er Wand an Wand wohnte. Er packte sie feste und hopste mit ihr kurzlang über die Diele und aus der Haustür heraus. Sie schalt und wehrte, lachte und hustete und schlug, daß die Leute, die vorüber kamen, sich bogen und vor Lachen schüttelten. Als sie ihm dann doch entwischt war, stützte er die Hände auf die Knie und schnob und keuchte und sang in abgerissenen Tönen:

„Dat miene Fru nich danzen kann,

Dat makt dat lahme Been“ — — —