Die Tür, die nach den stampfenden Gäulen führte, „knarkte“; Steffen blieb einen Augenblick vor den hungrigen Pferden stehen und strich ihnen mit beiden Händen über den Kopf. Hastig dann schüttete er ihnen zwei gehäufte Mulden voll Hafer in die Krippe.
Indem krähte auf dem Wiemen nebenan der Hahn. Steffen stob zusammen und eilte sachten Fußes hinaus.
Der Walnußbaum rauschte und schlug nach dem Hause. Es knirschte und krachte, es winselte und heulte, und dicht überm Dorfe hin sauste das wilde Heer, hinterdrein mit hastigem Flügelschlage der Nachtrabe.
Steffen klammerte sich mit den Armen an den nassen, kalten Stamm des Baumes und sah schaudernd hinauf.
„Kommst du wieder, mich zu holen!“ ächzte er und drückte sich den Ärmel aufs Gesicht und schluchzte tief auf.
Aber er kam nicht, die harten Flügelschläge tönten ferner und ferner; er sauste mit dem wilden Heere über die schwarze Breite des Hildesheimer Waldes.
Steffen ging sachte vom Hofe hinweg, sachte wie ein Schatten. Auf der Straße blieb er eine Weile stehen, als besänne er sich. In den Fensterruten, mit denen das Stübchen der Totenkathrine nach der Straße sah, blinkte es; aber es war kein Licht dahinter, das ihm winkte.
Er ging an der Kirchhofsmauer entlang, sachte wie ein Geist, und schob behutsam die Kirchhofspforte auf.
Der Hahn droben auf dem matt blinkenden Turmknaufe drehte sich und ließ schrille Töne vernehmen, und drunten zwischen den Gräbern breitete einer mit lebhaftem Geflüster die Arme aus, wie um den nächtlichen Besuch zu bewillkommnen.
Steffen ging dicht am Hagedorn vorbei, bog den Brist sanft zur Seite und setzte sich auf das Grab, das dahinter lag. Er stützte beide Ellbogen auf die Knie, legte den Kopf in die Hände und blieb unbeweglich sitzen. — —