Sophie schauderte und lief schnell ins Haus, während Martin sich nach den Büschen an der Despe zurückzog.
Als Drewes die Haustür zugeriegelt hatte, hörte er, wie Sophie in der Küchenkammer die Äpfel ausschüttete.
„Die Äpfel hättest du längst ’reingebracht haben können,“ sagte er etwas unwillig.
„Es ist ja schon die fünfte Schürze voll,“ versicherte sie eifrig. „Sieh doch nur her, Vater!“
Sie steckte einen Krüsel an, und der Vater sah nun das Apfellager in der Küchenkammer fast gefüllt.
„Na ja, aber des Nachts braucht man doch gerade keine Äpfel zu pflücken,“ meinte er und rollte, während der baumfrische Duft durch die Kammer ging, die Äpfel behutsam auseinander. „So ’ne Eile hätt’s doch gar nicht mit unsern Rötchen,“ brummte er noch.
„Na, Vater, der Baum ist doch hoch, und weil Marten auf das Leichhuhn passen wollte und Langeweile hatte, konnte er mir doch gern ’n bißchen pflücken helfen. Ist doch auch nichts dabei!“ Und sie lachte dazwischen, daß es hell durchs Haus hinklang.
Er nahm ihr den Krüsel aus der Hand und leuchtete ihr ganz nahe ins Gesicht. Die schwelende Flamme zog von dem weichen runden Kinn über zwei volle rote Wangen und ein etwas aufgeworfenes keckes Näschen empor zu zwei übermütig aufgerissenen blauen Augen, in denen das verhaltene Lachen stand und die Lust am Apfelpflücken noch nachstrahlte.
Er hob den Finger: „Morgen Abend soll dir Steffen beim Apfelpflücken helfen.“
„O, Vater!“ lachte sie und „gute Nacht, Vater!“ rief sie und sprang am Herd vorbei nach der Stube, aus der die Mutter gerufen hatte.