„Weißt du, Fieke,“ fragte Steffen sogleich mit erneuter Pfiffigkeit, „warum euer Hahn beim Krähen immer die Augen zumacht?“

„Nein, das hat er mir noch nicht erklärt!“

„Nun, weil er seinen Text schon lange auswendig kann.“

„O, du Kujon!“

Eine Weile hörte man nun nichts als das Rascheln und Rupfen, Brechen und Knacken.

Steffen blinzelte aber immerfort zwischen den Zweigen hinab, und da er gewahrte, daß Sophie einen Apfel liebevoll betrachtete und plötzlich zwischen die prächtigen, weißen Zähne schob, rief er ganz entsetzt: „Fieke, Fieke, Mädchen, in aller Welt!“

Erschrocken sah sie zu ihm empor.

Da erhob er mahnend den Finger, über sein gerötetes Gesicht ging ein Strahlen und Zucken, und er sagte: „Weißt du nicht, was im ersten Buch Moses im zweiten Kapitel im sechzehnten und siebzehnten Verse steht? Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten, aber von dem Baume des Erkenntnisses Gutes und Böses sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon issest, wirst du des Todes sterben.“

„Aber Steffen!“ rief sie nach kurzem Stocken, und dann kam ein helles Lachen; und dann biß sie erst recht in den Apfel und lachte mit kauendem Munde noch lange fort.

Steffen kicherte für sich hin. Auf einmal begann er wieder: „Weißte was, Fieke?“