Sie schielte hinauf und fragte mit einem Apfelstück in der Backe: „Na, Steffen, welche Bibelstelle kommt jetzt?“

„Jetzt kommt keine, aber jetzt kommt etwas anderes,“ antwortete er mit wichtigem Tone. „Ich wollte nur sagen, es wäre eigentlich schön, wollte ich sagen, ja, Fieke, mußt aber nicht lachen — es wäre schön, wollte ich nur sagen: Könnten wir diese Äpfel nun alle Jahre mit’nander pflücken.“

„Aber das können wir ja, wenn dir’s so viel Vergnügen macht,“ erwiderte sie ruhig und ohne Lachen.

Jetzt ist’s Zeit, jetzt werde ich’s richtig machen; aber dazu muß ich festen Boden unter den Füßen haben, dachte er und sagte mit einem Ächzer: „Ho, ich muß ausschütten!“

Flugs sprang sie von der Sprosse ins Gras.

„Nicht wahr, so ein Rötchenapfel hat sein Gewicht?“ rief sie und rückte den Korb näher an die Leiter.

„Ei den Donner!“ stimmte er im Herabsteigen zu, und Sophie rückte den Korb zurecht und half ihm das Laken in korbgerechte Richtung bringen.

Als die letzten Äpfel hineinrollten, drängte er seinen Arm gegen ihr Mieder und sagte mit glühendem Gesicht: „Das sind wunderschöne Äpfel, Fieke, — aber ich weiß was, was noch schöner ist ...“

„Du, Steffen,“ fiel sie anscheinend ganz arglos ein, „ihr könntet uns eigentlich ’n Gefallen tun und uns ’n Korb voll Rötchen mit nach Hilmesse nehmen!“

„Ei, Fieke, hundert für einen!“ entgegnete er freudig, machte aber im nächsten Augenblick ein unmutiges Gesicht und lenkte ein: „Ja, weißt du, Fieke, die Fuhren besorgt Marten!“