Der Wind stieß an den Walnußbaum. Und die Zweige stießen an das Dach. Klatsch — fiel ein mürber Stein auf den Hof, daß die Scherben gegen das niedrige Fenster flogen.
„Das ist nun schon der dritte!“ rief Marten, der jüngste der beiden Söhne und ging eilends hinaus.
„Es wird bald eine Veränderung im Hause geben,“ sagte der alte Oelkers, der schon geraume Zeit kränkelte und mit gebücktem Nacken im alten Holzlehnstuhle neben dem Bette saß.
„Meinst du, daß es nicht der Wind ist, Vater?“ fragte Steffen, sein Ältester, der auf der Bank unterm Fenster saß und Fizebohnen krüllte, eine Arbeit, die sonst den Frauen zuzufallen pflegt.
„Es ist nicht der Wind, Junge, es ist ’ne Vorbedeutung, Junge. Es wird wohl die längste Zeit mit mir gedauert haben, glaube ich.“
„Ach was, Vater! Du stirbst noch nicht, noch lange nicht. Weißt du, was ich eher glaube?“
Der Alte sah den Jungen erwartungsvoll an, und dieser fuhr fort:
„Ich glaube, es ist ’n Unding im Hause, ich habe heute morgen so was hinterm Schornsteine liegen sehen. Wenn das man nicht so ’ne Art Leber gewesen ist. Du weißt doch, wenn einer die Leber von einer Fledermaus hinterm Schornsteine versteckt, so ziehen die Undinger durch den Schornstein und quälen die Leute. Ich will doch gleich noch mal danach sehen!“
Es dämmerte schon stark hinter den kurzscheibigen Schiebefenstern, und man konnte nicht recht mehr sehen, was für ein Gesicht Steffen machte, ob er wirklich an das „Unding“ glaubte, oder ob er nur davon sprach, um den Vater auf andre Gedanken zu bringen. Er stellte den Bohnenkorb unter die Fensterbank, stand auf und ging hinaus.
Der Vater schüttelte den Kopf und murmelte etwas.