Drewes rückte ihm das Kopfkissen zurecht und erfaßte ihn bei der Hand.
„Wo ist deine Tochter, Andreis?“
„Hier, Oelkers Vetter!“ rief sie leise und trat nahe ans Bett.
Über das Gesicht des Kranken ging ein Aufleuchten, er suchte die Hand nach ihr zu heben.
„Ach, wenn ich Euch doch helfen könnte, Oelkers Vetter!“ sagte sie herzlich und reichte ihm die Hand, zuckte aber leise zusammen, als sie die Todeskälte des alten Mannes fühlte. Das warme, blühende Leben sträubte sich vor der Berührung mit dem nahenden Tode. Aber der Sterbende hielt ihre Hand fest.
„Habe Dank, gutes Kind! Ja, Kind, du kannst helfen, wenn auch nicht mir, so doch meinem Sohne. Du weißt, daß Steffen den Hof übernehmen und darum auch gleich eine ordentliche Frau haben muß. Soll er nun erst in der Welt herumlaufen? Und wenn er acht Tage weit ginge und noch weiter, könnte er doch keine so gute finden, wie du bist, Fieke.“
Sophie zuckte zusammen, zog die Hand zurück und sah verwirrt und hilflos nach dem Vater.
Der stand da mit feuchten Augen und nickte ihr ermunternd zu.
Steffen war in den Ofenwinkel zurückgegangen und hatte sich zur Erde gebückt, als suche er etwas.
Draußen auf dem Zaune krähte der Hahn; am Bache schrie der Enterich: „Natt, natt, natt, natt!“