In dem Burschen wallte es mächtig auf. „O, was habe ich gezaudert! Warum habe ich meinen Vater und meinen Bruder so ruhig gewähren lassen! Weil ich keinen Hof hatte? Ha, hätte ich mir nicht einen verschaffen können — und — und wär’s auch mit Teufels Hilfe gewesen! — Aber ich bin selber schuld daran,“ fuhr er in wilder Selbstanklage fort, „es war ein unbändiger Trotz in mir, weil ich dachte, dir wär’s nur um den Hof: Ich wollte mich nie wieder um dich kümmern, ich wollte fort, in die Stadt oder in ein fremdes Land, ihr solltet nie wieder von mir hören. Aber, als ich dich dann wieder in unserm Hause und hier am Herd gesehen, als ich sah, wie glücklich mein Bruder war, ohne daß er’s doch recht wußte, da behielt ich keine Macht mehr über mich, eine heiße Hölle kam in meine Brust. Fieke, ich kann nicht fort, ich kann dich nicht lassen; ich muß dich haben, es werde, wie es will — und müßte ich dich haben mit meinem Bruder zusammen — ... Nein, Wahnwitz! Er soll nichts von dir haben, ich ertrage es nicht.“ Sein heißer Atem ging ihr durchs Gesicht, sein lauter Ton wandelte sich in ein leises, schmeichelndes Flüstern: „Fieke, sei mein, sei’s gleich, küsse mich“ ...
Jetzt wirbelte die Kinderschar um das Haus herum, jetzt kam sie auf den Hof, schon quoll sie zur Haustür herein, und aus lauten Kehlen erscholl der uralte Singsang:
„Wir treten jetzt für
Eines Reichenmanns Tür
Zu diesem Martenabend.
Wer uns was schenkt,
Den Marten auch bedenkt.
Dem wünschen wir ’nen weißen Schimmel,
Damit er kann reiten bis an den Himmel.
Wir haben eine Jungfrau geschoren,