Drewes rückte die Bohrbank in das Klappenlicht, auf der die Felgen gebohrt wurden, nahm die „Schürgiffel“, die in der Herdecke neben dem Ofenloch stand, schürte das sachte brennende Holzfeuer und rief in den Ofen hinein: „Fieke, das Wasser! Daß ich die Speichen kochen[29] kann!“

Da der Lehmaufsatz des Ofens Risse hatte, konnte man das Rufen in der Stube deutlich verstehen.

„Das Kind ist draußen,“ antwortete Frau Drewes von ihrem Spinnrade her.

„No, denn bleib man sitzen, Mutter!“ rief Drewes gutmütig zurück, „es hat so ’ne Eile gerade noch nicht.“ Er machte sich nun an die Bohrbank und begann dabei wieder von den teuren Jahren zu erzählen, da man nur Wickenbrot und getrocknete Steckrüben gehabt, das doch keinem geschadet hätte.

Steffen nickte regelmäßig zu Drewes’ Gefallen, sagte von Zeit zu Zeit „soso“, „ja“, oder „kuck einer“ oder „i nä!“, bis es ihm auf einmal zu heiß wurde auf seinem Sitze und er aufstehend den unermüdlichen Erzähler mit der Versicherung unterbrach, daß dieser Winter gewiß sehr kalt werden würde und man daher dies Jahr wohl nicht so viel Holz verkaufen könne.

In der Pause, die nach seinem Worte entstand, hörte man deutlich Sophiens seltsam ergreifende Stimme von der Diele hertönen:

„Ach, Mutter, gib mir keinen Mann,

Ich leb’ nicht länger denn ein Jahr;

Ich leb’ nicht länger denn ein Jahr,

So legen sie mich wohl auf die Bahr’.“