»Alle guten Geister!« rief ich und schlug ein Kreuz. »Das ist ja eine Teufelskunst!«
»Die treib’ ich ja auch nicht«, rief das Männlein und lachte unbändig. »Sie ist ja durch kaiserlich und päpstlich Recht verpönt und vermaledeit. Der weißen Magia bin ich ein Jünger.«
Wie ich ihn fragend und befremdet ansah, fuhr er fort: »Das nimmt Euch Wunder, daß ein Biedermann die weiße Magia bekennt, und Albertus Magnus ist doch durch sie hoch zu Ehren gekommen? Macht das den Unterschied, daß ich Jedermann, Bürger und Bauer und Knecht und Magd, wer’s begehrt, die Wohlthaten meiner Kunst erweise? Hätt’ ich nur die Instrumenta und wäre in jungen Jahren länger hinter’s Latein gesessen – ich wollt’ Euch einen redenden Kopf machen, der sollt’ Euch noch weit andere Geheimnisse sagen, als Albertus’ seiner.«
»Dann thätest Du besser«, spottete der Tannhäuser, »Du ließest den Kopf und schüfest uns einen Wintergarten, wie der Kölner Meister, mit warmer Sommerluft. Aber Deine weiße Meisterschaft läßt uns noch im Aprilen frieren.«
»Ei«, sagte gekränkt der Kleine, »Dir wär’s doch in keinem Wege recht zu machen. Hast Du nicht warm
gesessen bei der Frau Venus? Und doch hat Du’s nicht behagt im Hörselberg.«
»Ach, Narrethei!« rief der Tannhäuser, »samt Deiner Frau Venus und Hörselberg! Wollt’ lieber, ich hätte jetzo was Gares zu kosten und was Wärmendes auf dem Leib.« Dabei schüttelt’ er sich verdrießlich die Tropfen von der Mütze ab.
»Frau Nachtigall, hat sie keine Speis’,
Schweigt oder singt nach Spatzenweis’.«
Er dauerte mich und ich sagte: »Mir ist’s gar leid, daß Ihr nicht besser vor’m Unwetter bewahrt seid. Wie wohl thut mir doch heut’ mein langes Wollenkleid!«
»Oh!« sagt’ er und sah es fast begehrlich an,