»Gott und Seine Engel geleiten Euch!« gab sie
zurück, ihre Hand löste sich aus der meinigen und flüchtigen Schrittes eilte sie durch die Schattenwege der Pforte zu. Dort im hellen Mondenlicht sah ich sie noch einmal sich wenden, mir den Scheidegruß zu winken. Dann war ich allein. –
Um Mitternacht brachen wir auf zur Fahrt, so viel ihrer Helmbold zur Reise sich ausersehen hatte. Der Hof hallte wieder von den Rufen der Scheidenden. Als wir durch das Thor über die Brücke zogen, stieß der Thürmer in’s Horn und der Gesang erscholl: »In Gottes Namen fahren wir.«
Unten im Thal ließ ich die Anderen hindann reiten und blieb an der Lichtung zurück, von wo aus man die Burg droben liegen sah. Hell erglänzten Dächer und Zinnen im Spiegellicht des Mondes. Aber wo aus kleinem Fenster durch tiefen Schatten ein Lichtschein herniederdrang, dahin richtete ich unverwandt meinen Blick.
Darauf lenkte ich mein Roß herum und sang leise im Weiterreiten:
Sag’ an, sag’ an!
Wann hör’ ich wieder Deinen Sang,
Ach wann? ach wann?